Im Herbst düngst du deinen Garten durchaus, aber mit anderen Nährstoffen als im Frühjahr. Du gibst keinen Stickstoff mehr, sondern Kalium und organische Substanz. So machst du Hecken, Sträucher und Stauden widerstandsfähiger für den Winter, und im Frühjahr stehen im Boden Nährstoffe bereit. In diesem Blog erfährst du, welchen Dünger du im Herbst verwendest, wann du streust und wie du je nach Pflanzengruppe vorgehst.
Inhaltsverzeichnis
- Solltest du den Garten im Herbst düngen?
- Wann düngst du den Garten im Herbst?
- Welchen Dünger gibst du im Herbst?
- Schritt für Schritt: So düngst du deinen Garten im Herbst
- Häufig gestellte Fragen
Solltest du den Garten im Herbst düngen?
Ja, aber nur mit Nährstoffen, die die Pflanze stärken, nicht mit Nährstoffen, die das Wachstum anregen. Der Unterschied liegt in drei Nährstoffen:
- Stickstoff (N) sorgt für Blatt- und Triebwachstum. Nach August gibst du keinen stickstoffreichen Dünger mehr. Neue Triebe verholzen dann nicht mehr rechtzeitig und erfrieren beim ersten Nachtfrost.
- Kalium (K) stärkt die Zellwände und regelt den Wasserhaushalt der Pflanze. Eine Pflanze mit ausreichend Kalium verträgt Frost und Austrocknung im Winter besser.
- Organische Substanz ernährt das Bodenleben. Solange der Boden nicht gefroren ist, wandeln Regenwürmer und Mikroorganismen Kompost und Dünger in Nährstoffe um. Diese werden langsam freigesetzt und stehen im Frühjahr für die Wurzeln bereit.
Im Frühjahr düngst du also für das Wachstum, im Herbst für Widerstandskraft und einen gesunden Boden.
Wann düngst du den Garten im Herbst?
Du düngst den Garten im Herbst zwischen Ende August und Mitte November, solange der Boden nicht gefroren ist. Halte dich an diese Reihenfolge:
- Ende August bis Ende September: Du streust Kaliumdünger bei Hecken und Sträuchern. Die Pflanze hat dann noch genug Zeit, das Kalium aufzunehmen, bevor es friert.
- Oktober und November: Du bringst Kompost oder gut verrotteten organischen Dünger auf die Staudenbeete und unter Hecken und Sträucher aus. Das wirkt als Bodenverbesserer und Mulchschicht.
- Nicht tun: auf gefrorenem oder klatschnassem Boden düngen und nach August stickstoffreichen Dünger streuen.
Streue Körner an einem trockenen Tag kurz vor einem Regenschauer oder gieße nach dem Streuen. So lösen sich die Körner auf und die Nährstoffe erreichen die Wurzeln.
Welchen Dünger gibst du im Herbst?
Im Herbst gibst du Dünger mit wenig Stickstoff und viel Kalium oder organisches Material wie Kompost.
- Kaliumdünger (Patentkali oder Vinassekali): füllt Kalium auf und macht Hecken und Sträucher winterhärter. Patentkali enthält außerdem Magnesium, das für eine tiefgrüne Blattfarbe sorgt. Streue 30 bis 50 Gramm pro Pflanze, bei einer Hecke pro laufendem Meter.
- Kompost: verbessert die Bodenstruktur und hält Feuchtigkeit. Kompost enthält wenig Nährstoffe, deshalb kannst du davon nicht zu viel geben. Bringe eine Schicht von 2 bis 3 Zentimetern aus.
- Rinderdungpellets: getrockneter Rinderdung in Pelletform. Die Nährstoffe werden langsam freigesetzt, deshalb dienen Rinderdungpellets im Herbst vor allem als Grundlage für das Frühjahr. Streue etwa 100 Gramm pro Quadratmeter.
- Herbstdünger: eine fertige Mischung mit wenig Stickstoff und viel Kalium. Prüfe das NPK-Verhältnis auf der Verpackung: Die erste Zahl (Stickstoff) ist bei Herbstdünger niedrig, die dritte Zahl (Kalium) hoch. Zum Beispiel 3-5-12.
Kalk streust du nur, wenn dein Boden zu sauer ist. Miss das zuerst mit einem pH-Test. Zur Reihenfolge von Kalk und Dünger findest du mehr in den häufig gestellten Fragen am Ende dieses Blogs.
Schritt für Schritt: So düngst du deinen Garten im Herbst
Jede Pflanzengruppe braucht im Herbst etwas anderes. Folge der Anleitung zum Pflanzen düngen, die zu deinem Garten passt.
Hecken und Sträucher im Herbst düngen
Hecken und Sträucher bekommen im Herbst Kalium für die Winterhärte und Kompost für den Boden.
- Schneide zuerst. Gib der Hecke ihren letzten Schnitt des Jahres, damit du keine Nährstoffe an Zweige gibst, die ohnehin abgeschnitten werden.
- Jäte Unkraut rund um den Fuß der Hecke oder des Strauchs. Unkraut nimmt sonst einen Teil der Nährstoffe auf.
- Streue Kaliumdünger in einem 30 bis 50 Zentimeter breiten Streifen an beiden Seiten der Hecke. Halte eine Dosierung von 30 bis 50 Gramm pro laufendem Meter ein.
- Arbeite die Körner leicht ein, und zwar in die obersten Zentimeter des Bodens. Verwende einen Rechen oder Grubber und hacke nicht tiefer, denn viele Heckenpflanzen wurzeln flach.
- Gieße, wenn es in den nächsten zwei bis drei Tagen nicht regnet.
- Decke mit Kompost ab im Oktober oder November: Eine Schicht von 2 bis 3 Zentimetern unter der Hecke hält Feuchtigkeit und schützt die Wurzeln vor Frost.
Immergrüne Hecken wie Taxus baccata (Eibe) und Prunus laurocerasus (Kirschlorbeer) behalten ihr Laub und verdunsten auch im Winter Wasser. Für diese Hecken sind Kalium und ausreichend Feuchtigkeit besonders wichtig, vor allem bei trockenem Frost. Bei laubabwerfenden Hecken wie Fagus sylvatica (Buche) und Carpinus betulus (Hainbuche) lässt du das abgefallene Laub unter der Hecke liegen. Das Laub verrottet und bildet eine natürliche Nährstoffschicht.
Stauden und Staudenbeete im Herbst düngen
Stauden im Staudenbeet profitieren im Herbst am meisten von Kompost oder organischem Dünger. Das bereitet den Boden auf die nächste Wachstumssaison vor.
- Lass verblühte Stängel stehen bis zum Frühjahr. Sie schützen das Herz der Pflanze vor Frost und bieten Insekten einen Unterschlupf. Schneide nur kranke oder umgefallene Stängel ab. Stauden wie Echinacea purpurea (Roter Sonnenhut) und Hylotelephium spectabile (Prächtige Fetthenne) sind mit ihren Samenständen auch im Winter schön.
- Jäte das Staudenbeet unkrautfrei.
- Bringe Kompost aus in einer Schicht von 3 bis 5 Zentimetern zwischen den Pflanzen. Halte ein paar Zentimeter Abstand zu den Stängeln, damit diese nicht faulen.
- Streue Rinderdungpellets für zusätzliche Nährstoffe zwischen die Pflanzen, etwa 100 Gramm pro Quadratmeter.
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Lass fallendes Laub liegen zwischen den Pflanzen. Es bildet eine zusätzliche Mulchschicht und verrottet bis zum Frühjahr.
Gib Stauden im Herbst keinen Mineraldünger mit viel Stickstoff. Er regt neues Wachstum an, gerade wenn die Pflanze in die Ruhephase geht.
Häufig gestellte Fragen
Neue Pflanzen im Herbst: düngen oder nicht?
Frisch gepflanzte Hecken, Sträucher und Stauden düngst du im Herbst nicht. Sie brauchen vor allem Wasser und ein gut vorbereitetes Pflanzloch. Der Herbst ist Pflanzzeit: Der Boden ist noch warm, sodass neue Pflanzen vor dem Winter Wurzeln bilden. Düngerkörner im Pflanzloch können junge Wurzeln verbrennen. Mische deshalb nur Kompost unter die Pflanzerde und gieße nach dem Pflanzen kräftig. Bestellst du im Herbst neue Pflanzen bei Garmundo, kommen sie direkt aus der Gärtnerei und du kannst sie sofort pflanzen.
Kannst du den Rasen im Herbst düngen?
Auch für den Rasen gilt im Herbst: wenig Stickstoff und viel Kalium. Streue im September oder Oktober einen Herbstdünger für Rasen, damit das Gras gestärkt in den Winter geht.
Kannst du den Garten im Oktober noch düngen?
Ja, im Oktober kannst du den Garten noch mit Kompost oder organischem Dünger düngen, solange der Boden nicht gefroren ist. Kaliumdünger streust du am besten früher, im September, damit die Pflanze ihn vor dem Frost aufnimmt.
Was kommt zuerst: Kalk oder Dünger?
Zuerst Kalk, danach Dünger, mit mindestens zwei bis drei Wochen Abstand. Streust du Kalk und Dünger gleichzeitig, entweicht ein Teil des Stickstoffs aus dem Dünger. Kalk streust du nur, wenn ein pH-Test zeigt, dass der Boden zu sauer ist.
Wie oft düngst du den Garten im Jahr?
Die meisten Hecken, Sträucher und Stauden düngst du zweimal im Jahr: im März oder April und im Juli oder August. Im Herbst ergänzt du das mit Kalium für die Winterhärte und Kompost für den Boden.
Wann streust du Herbstdünger?
Herbstdünger streust du im September oder Oktober, an einem trockenen Tag kurz vor einem Regenschauer. Wenn es bereits friert, hat Streuen keinen Sinn mehr: Die Pflanze nimmt dann keine Nährstoffe mehr auf.
Kannst du im Winter Kompost streuen?
Ja, Kompost kannst du auch im Dezember und Januar als Mulchschicht ausbringen. Tu das nicht auf gefrorenem Boden oder wenn Wasser auf dem Boden stehen bleibt.
Wann düngst du den Garten im Frühjahr wieder?
Im März oder April, sobald sich der Boden erwärmt und die Pflanzen austreiben. Dann gibst du wieder Dünger mit Stickstoff für das Wachstum von Blättern und Trieben.